Inhalt
King Arthur
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Originaltitel: | King Arthur - The Untold True Story That Inspired The Legend |
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| Genre: | Abenteuer - Film-Homepage | |
| Release-Datum: | 19. August 2004 | |
| Regisseur: | Antoine Fuqua | |
| Schauspieler: | Clive Owen (Arthur), Keira Knightley (Gwenhwyfar), Til Schweiger (Cynric) | |
| Für Reiche: | DVD - Soundtrack | |
| Autor: | Florian | |
| Kurzkritik: | Eine historisch durchaus mögliche Variante des Artus-Stoffes. (Ha, Stephan, das war kurz!) |
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| Tagline: | Rule Your Fate. |
| Inhalt: | Wie schon gesagt, handelt es sich um Englands größten König, also um allgemein recht gut bekannten - und auch schon häufig verfilmten - Stoff. Allerdings werden hier weder alte Mythen aufgenommen, noch neue Märchen dazugedichtet. Vielmehr hält sich der Film eng an die wenigen historischen Fakten, die über Arturius bekannt sind - soweit es für einen Film halt möglich ist.
Arturius wird hier als römischer Kommandant dargestellt, seine Ritter als sarmatische Söldner (denen, die Attanasio gelesen haben wird das bekannt vorkommen). Nach langen Jahren in denen Arthur Britannien gegen die Pikten im Norden verteidigt hat, sollen seine Ritter aus dem Dienst entlassen werden. Doch der Bischof Germanius schickt sie auf eine letzte Mission: sie sollen nördlich des Hadrianswalls, also auf Piktengebiet, einen Schüler des Papstes retten. Diese schon komplizierte Mission wird noch durch einen Einfall der Sachsen erschwert. Nebenbei darf Artus auch noch erfahren, dass Rom sich aus Britannien zurückziehen wird, sein langer Kampf also praktisch umsonst war. |
| Kritik: | Jetzt muss ich mich doch tatsächlich einmal in Stephans gewohntes Metier begeben und meine erste (!) Filmkritik hier veröffentlichen. Ich hoffe Ihr werdet mir meinen ungeübten Stil und meine nichtvorhandenden philofischen [ Nein, ich weiß nicht, was dieses Wort bedeutet! Aber Flo macht sicher keine Rechtschreibfehler; Anmerkung von Stephan] Andeutungen verzeihen. Ich werde mich auch ganz bestimmt wissenschaftlich kurz halten.
Eigentlich wollte ich betreffenden Film überhaupt nie sehen - NIE! Ich habe mich einfach in den letzten Jahren zu sehr mit dem Thema Arthus beschäftigt und dachte dass ich von diesem Film folgerichtig nur enttäuscht sein könnte. Aber weit gefehlt! Nie hätte ich erwartet, dass sich ein Hollywoodschinken, dessen Vorschau nach dem übelsten Trash roch, tatsächlich ernsthaft mit historischen Quellen auseinandersetzt. Wenn auch einige Dinge fehlerhaft oder unlogisch dargestellt werden, ist King Arthur im Endeffekt wohl der Film, der am ehesten einen geschichtlich korrekten Artus vermitteln kann. Der Film beginnt mit dem Hintergrund von Artus und seinen Rittern: während seine Ritter aus dem fernen Sarmatia kommen, wächst Artus als Sohn eines Römers und einer Keltin in Britannien unter der Aufsicht des Missionars Pelagius. Obwohl dieser im weiteren Film nicht weiter auftaucht, spielt seine Lehre (die Häresie des Pelagius) noch eine wichtige Rolle im Filmverlauf. Für die Nicht-Theologen unter unseren geschätzten Lesern: Pelagius leugnete die Erbsünde und postulierte damit dem Menschen quasi einen freien Willen. Es folgt ein Sprung von 15 Jahren. Artus und seine Ritter beschützen den anreisenden Bischof Germanicus vor angreifenden Pikten. Leider wird bereits hier einer der größten Fehler des Films deutlich: die Pikten werden mit den Kelten verwechselt. Zwar wohnen sie nördlich des Hadrianswalls, also auf Piktenland, aber ihre Gebräuche sind eindeutig keltisch: sowohl die blaue Kriegsbemalung als auch das Nehmen der Köpfe ihrer Gegner. In Wahrheit wahren die Kelten natürlich der Hauptteil der britischen Bevölkerung, die sich mit den Römern vermischt hatten. Ich werde später darauf zurückkommen, warum diese Verwechslung wohl nötig war. Der Bischof wird natürlich vor den Pikten gerettet und in Sicherheit gebracht. Er bringt mit sich die Entlassungspapiere für Artus Ritter, sodass sie nach 15 Jahren Dienst wieder in ihre Heimat zurückkehren können (auch hier wieder ein kleiner Fehler: Söldner wurden nicht so lange verpflichtet, aber das sei mal verziehen). Doch bevor die Papiere überreicht werden sollen Artus Männer noch einen letzten Befehl ausführen: einen Zögling des Papstes von einem römischen Domus nördlich des Hadrianswalls in Sicherheit zu bringen. Das Problem dabei: die Villa ist nicht nur auf Piktenland, sondern es sind auch noch die Sachsen im Norden des Landes eingefallen. Artus erfährt vom Bischof, dass Britannien aufgegeben und den Sachsen überlassen werden soll. Ich merke schon, das wird alles etwas lang. Deshalb von hier an kürzer: Der Film beschreibt nun im Hauptteil die Mission der Ritter, die zunächst mit den Pikten, dann mit dem unwilligen römischen Hausherrn und zu guter Letzt auch noch mit den Sachsen zu tun bekommen. Nachdem man sich mit den Pikten verbündet hat, gelingt es den Rittern die Sachsen am Hadrianswall zu schlagen und ihre Anführer zu töten. Eins der wichtigsten Motive des Films ist die Gespaltenheit Artus' zwischen den römischen Befehlen und seiner Sorge für Britannien, dass er erst als sein eigenes Land erkennen muss. Schwächen des Films sind die schon erwähnte Vermischung der Kelten und Pikten, ich nehme an, um politische Verwicklungen und andere Könige außenvor zu lassen. Es würde wohl kaum in einen Film passen, alle diplomatischen Verwicklungen zwischen den britischen Königreichen darzustellen. Stattdessen wird Britannien als ganzes als Artus Reich dargestellt und die Kelten müssen nach nördlich des Hadrianswalls ausrücken. Die zweite große Schwäche ist wohl der Einfall der Sachsen: warum sollten diese 1) mitten im Winter und 2) nördlich des Walles einfallen, wenn sie doch nach Britannien wollen und Schiffe zur Verfügung haben? Man könnte jetzt noch etliche Kleinigkeiten genauer beleuchten und auseinandernehmen, aber das würde dann eigentlich ein falsches Bild vermitteln. Ich war nämlich trotz den Veränderungen durchaus glücklich mit dieser Umsetzung des Stoffes. Schließlich soll ja auch der Unterhaltungswert bei einem Film nicht zu kurz kommen, ansonsten kann man gleich einen Dokumentarfilm anschauen. Im ganzen also ein gelungener Artusfilm, an dem auch ein Kenner des Stoffs seine Freude haben kann. |
