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Glück in kleinen Dosen


Originaltitel:The Chumscrubber
Genre:Komödie
Release-Datum:05. Oktober 2006
Regisseur:Arie Posin
Schauspieler:Jamie Bell (Dean), Camilla Belle (Crystal), Justin Chatwin (Billy)
Autor:Stephan
Rating: 7 von 10 Punkten!


Kurzkritik:Scheinbar wird von Filmemachern nichts lieber kritisiert als das amerikanische Vorstadtleben! "Glück in kleinen Dosen" ist der letzte einer Reihe von "American Beauty"-Nacheiferern. Nicht ganz so gut wie Sam Mendes Meisterwerk oder eine gelungene Episode "Desperate Housewives", aber trotzdem keinesfalls zu verachten. An manchen Stellen für meinen Geschmack etwas sehr stark übertrieben, doch sonst trocken, ironisch und sarkastisch - genau, wie es sein sollte!

Tagline:Meet Generation Rx

Inhalt:Deans bester Freund Troy begeht Selbstmord. Ein Ereignis, welches das idyllische Leben in der namenlosen US-Vorstadt zwar etwas trübt, aber eigentlich nicht wirklich auf den Kopf stellt. Doch an der Schule löst der Tod ungeahnte Probleme aus, denn Troy war der hiesige Dealer für kleinere chemische Aufputschmittel. Billy, ein Mitschüler von Troy und Dean, verlangt von letzterem nun, die restlichen Drogen aus Troys Zimmer zu klauen – andernfalls werde er Deans Bruder etwas antun. Dumm nur, dass seine Kumpels und er versehentlich den falschen Jungen entführen. Dessen Mutter ist allerdings so mit den Vorbereitungen für ihre bevorstehende Hochzeit beschäftigt, dass ihr das mehrtägige Verschwinden ihres eigenen Kindes gar nicht auffällt...schöne, neue Vorstadtwelt halt!

Kritik:Dass in den USA hinter der schönen Fassade des Weißen Hauses verhältnismäßig oft ziemliche Skandale geschehen, ist ein offenes Geheimnis. Dass es auch in den amerikanischen Vorzeige-Vorstädten nicht anders ist, wird spätestens seit „American Beauty“ immer wieder gern thematisiert. „Glück in kleinen Dosen“ tut dies ebenfalls und auch wenn der Film nicht ganz an die Brillanz von Sam Mendes Meisterwerk herankommt, überzeugt der verschachtelte Mix aus drei-vier unterschiedlichen Vorstadtepisoden durchaus. Nach Thank you for smoking war „Glück in kleinen Dosen“ vor drei Wochen also bereits der zweite sehr gute Film innerhalb von zwei Tagen – eine echte Glückssträhne!

Und dabei hätten wir uns diese fast entgehen lassen, denn „Glück in kleinen Dosen“ war die vom Kino bereitgestellte Notlösung, nachdem der eigentlich für die Sneak vorgesehene Film nicht geliefert worden war. Da um Arie Posins Vorstadtsatire – zu Unrecht – kein großer Werberummel herrscht, wären wir fast in „Das Parfum“ abgewandert, konnten uns nach langer Diskussion aber schließlich doch auf die Ersatz-Sneak einigen. Parfum hatten wir schließlich auch schon auf der Hinfahrt in Yvonnes Auto genug… *g*

„Glück in kleinen Dosen“ muss man sich nun in etwa vorstellen wie eine gelungene Mischung aus „Donnie Darko“, „Desperate Housewives“ sowie dem schon erwähnten „American Beauty“. Wer diesen Dingen etwas abgewinnen kann, hat garantiert seinen Spaß am ordentlich-chaotischen Vorstadtleben. Sei es am Angst einflößend verrückten Bürgermeister, an der Angst einflößend konservativ trauernden Mutter von Troy oder am Angst einflößend erfolgreichem Psychologen-Dasein von Deans Vater. Der Humor ist meistens trocken, ironisch und sarkastisch – kurz: Genau, wie es sein sollte! Dumm nur, dass wir mit Thank you for smoking den neuen Spitzenreiter in diesen Kategorien gerade einen Tag zuvor gesehen hatten...wer weiß, wie "Glück in kleinen Dosen" ohne Kenntnis der neuen Referenz abgeschnitten hätte.

Dass bei dermaßen gelungenen Vorbildern nicht alle Szenen bzw. Konstellation in der hier präsentierten Konstellation voll überzeugen können, weil man sie bereits aus anderen Medienprodukten kennt, versteht sich von selbst. Spaß hat der Film trotzdem an beinahe jeder Stelle gemacht - zumindest an denen, an denen er nicht zu stark übertreibt!

Darüber hinaus wird dem interessierten Zuschauer auch noch eine der am schlechtesten organisierten „Entführungen“ (die Gänsefüßchen sind definitiv nötig) der Filmgeschichte präsentiert, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Jedenfalls kann entführt werden scheinbar auch dann richtig Spaß machen, wenn man nicht mit seinem Entführer Ski fahren gehen darf – soll in Österreich ja alles schon vorgekommen sein…Und überhaupt steht zur Debatte, ob ich mich nicht mal persönlich zur Verfügung stellen würde, wenn Camilla Belle (bekannt bereits als strohdumme – aber äußerst attraktive – Babysitterin in Unbekannter Anrufer) unter meinen Entführern wäre. Neben ihr geben sich in "Glück in kleinen Dosen" auch echte Stars die Klinke in die Hand, denn für einen dermaßen unbekannten Film der Streifen gespickt mit wirklich guten Schauspielern (u.a. Glenn Close, Ralph Fiennes), die bei dermaßen vielen Charakteren jedoch alle nicht ihre ganzen Fähigkeiten unter Beweis stellen können.

Um den Rest abzukürzen: Gehet hin und schauet euch Arie Posins Suburbia-(Alp)Traum ruhig mal an. Denn da kann man nicht nur gut unterhalten werden, sondern auch noch lernen, dass Glück halt für jeden etwas anderes bedeutet: Für manche sind es Pillen, für andere PC-Spiele, für wieder andere Bucherfolge und manch einer ist auch schon mit einem Schlag auf den Kopf und anschließender visionärer Geisteskrankheit zufrieden…