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Das Parfum


Originaltitel:Perfume: The story of a murderer
Genre:Drama - Film-Homepage
Release-Datum:14. September 2006
Regisseur:Tom Tykwer
Schauspieler:Ben Whishaw (J.-B. Grenouille), Dustin Hoffman (G. Baldini), Rachel Hurd Wood (Laura)
Für Reiche:Buch - Soundtrack
Autor:Stephan
Rating: 6 von 10 Punkten!


Kurzkritik:Jean-Baptiste Grenouille hat ihn nicht nur, sondern er ist sogar im wahrsten Sinne des Wortes ein "richtiger Riecher". Mit seiner Begabung kann der ansonsten etwas unterentwickelte junge Mann selbst feinste Gerüche wahrnehmen. Um ein einzigartiges Parfum zu kreieren, wird Grenouille sogar zum Mörder.
Relativ akzeptable Verfilmung von Patrick Süskinds erfolgreichem Roman. Definitiv mit viel Liebe zum Detail aufgenommen, plätschert der Film ab und zu allerdings nur so vor sich hin. Richtig langweilig wird es nie, richtig spannend aber auch nicht. Einige Buchpassagen wurden komplett gestrichen, die verbliebenen dafür meist sehr getreu umgesetzt! Fazit: Etwas überdurchschnittliches Mittelmaß!

Inhalt:Jean-Baptiste Grenouille hat die Gabe eines außergewöhnlichen Geruchssinns. Er kann Millionen Gerüche unterscheiden und so jedem Lawinenspürhund Konkurrenz machen. Allerdings gibt es kaum Lawinen im Frankreich des 18. Jahrhunderts und so wird Grenouille schließlich Geselle bei einem Parfumeur. Sein Ziel: Den menschlichen Geruch zu konservieren, auch um für sich selbst einen eigenen zu schaffen. Dafür benötigt er jedoch den Duft von dreizehn jungen Mädchen – die dafür dummerweise alle vorher sterben müssen…

Kritik:Jean-Baptiste Grenouille ist nicht nur ein gequältes Genie, sondern auch ein Genie, das die Menschheit quält, soweit waren wir schon während des Examenskolloquiums in diesem Jahr und haben dadurch gelernt, wie wichtig es ist, präzise Überschriften zu formulieren. „Das Parfum“ ist nun selbst keine sonderlich genaue Beschreibung des Inhalts, der Nachsatz „Die Geschichte eines Mörders“ trifft es besser und zieht anscheinend auch die Massen an – Tom Tykwers Literaturverfilmung von Patrick Süskinds Leidensgeschichte ist einer der erfolgreichsten Filme in diesem Spätsommer. Nicht ganz unerwartet, denn der Film bietet alles, was für Erfolg nötig ist: Hübsche Frauen, eine im Prinzip durchaus spannende Geschichte, durch das einmalige Talent des Antihelden sogar eine gewisse Originalität – sowie nicht zu viel Anspruch an das ohnehin stets gestresste Kinopublikum.

Wie fast immer, wenn wir mal außer der Reihe nach Leverkusen ins Kino gehen, war es auch bei „Das Parfum“ brechend voll, aber Martin hatte uns gute Plätze gesichert. Darüber hinaus ließ sich natürlich auch diesmal wieder viel über die Abläufe hinter den Kinokulissen lernen, dieses Mal ging es um Richtlinien zur Werbung. Etwas überraschend zu sehen: Kaum Deo- und wirkliche Parfumreklame vor dem Streifen…höchst seltsam!

Zum Film selbst lässt sich nicht viel sagen, ohne potentiell Interessierten viel von der Spannung zu rauben. Die Geschichte um Grenouille unterscheidet sich letztlich nicht groß von der eines 08/15-Krimis, interessant ist einzig, dass der Mörder die Hauptperson ist und über ein extrem außergewöhnliches Talent verfügt. Das ist mehr, als normalerweise geboten wird und neben den großartigen Formulierungen von Süskind war der Roman vermutlich deshalb auch ein so großer Erfolg. Regisseur Tykwer setzt die Grundvorlage sehr getreu um, muss jedoch aus Zeitgründen eine ganze Reihe Details weglassen. Wer den Roman nicht kennt, wird sich davon nicht gestört fühlen, ich fand es stellenweise etwas schade. Trotz dieser Kürzungen war mir persönlich der Film viel zu lang, einfach auch, weil die Geschichte keinen wirklichen Höhepunkt hat, auf den sie zulaufen könnte. Dazu kommt, dass Tkywer auch mit der Kamera eine sehr langatmige Erzählweise mit allerlei Schnickschnack (Zeitlupen, viele Nahaufnahmen) bevorzugt. Die Folge: Selbst an sich knappe Szenen dauern einfach auf der Leinwand wahnsinnig lange, da sie in x-verschiedenen Perspektiven gezeigt werden müssen.

Darüber hinaus geht in der Verfilmung viel von der Tiefe der Charaktere, insbesondere bei Grenouille, verloren, da ein sporadisch einspringender Erzähler halt keine seitenlangen Zustandsbeschreibungen ersetzen kann. Maike hat dies beispielsweise schon am Buch immer sehr gestört und fand deshalb nun auch die Verfilmung besser, Pablo und ich favorisieren weiterhin das Buch. Martin war leider schon aus dem Auto ausgestiegen, als die Diskussion über das am besten passende Medium einsetzte *g*. Letztlich gilt meines Erachtens auch hier wieder das gleiche wie eigentlich bei (fast) jeder Literaturverfilmung: Buch ist besser als Film! Traurig fürs Kino, aber Filme, die das Gegenteil bekräftigen, gibt es leider kaum. Ebenfalls schade: Grenouille kommt im Film deutlich besser weg als im Roman. Man kann die Angst der Produzenten erkennen, dem Publikum einen vom Hass zerfressenden Hauptprotagonisten zu präsentieren…

Dennoch ist natürlich nicht alles schlecht an „Das Parfum“, im Gegenteil – letztlich ist die mit viel Liebe fürs Detail umgesetzte Story so überzeugend, dass sie auch mit einigen Schwächen gut unterhält. Gerüche auf der Leinwand darzustellen ist natürlich eine nicht zu lösende Herausforderung, ich denke, in diesem Aspekt macht Tkywer seine Sache dank des Einsatzes von Naheinstellungen, knappen Schnitten und Musik sehr, sehr gut. Auch die Schauspieler vermögen allesamt zu überzeugen. Wobei ich gerne mal das Gesicht von Grenouille-Darteller Ben Whishaw gesehen hätte, als man ihn für die Rolle eines laut Buch ziemlich unansehnlichen Mörders ausgewählt hat…! Für die Freunde hübscher Frauen erwähnenswert: Rachel Hurd-Wood verdient definitiv die Aufnahme in diesen erlesenen Club! Schade nur, dass Schönheit Mörder immer nur anzieht, nie abstößt…

Fazit: Besser erst das Buch lesen, anschließend bei viel Freizeit auch noch die Verfilmung ansehen. Wer einen „ruhigen“ Film sucht, ist hier definitiv richtig und in Zeiten wie diesen, ist allein dies schon ein großes Lob wert...